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ANNUS ALBARUTHENICUS/ГОД БЕЛАРУСКІ НА СТАРОНКАХ КАМУНІКАТУ

 
ANNUS ALBARUTHENICUS/ГОД БЕЛАРУСКІ N* 3 / 2002 г.

SKANDINAVISCHE LITERATURWERKE IN DEN BELARUSSISCHEN ÜBERSETZUNGEN UND NACHDICHTUNGEN
(1986-2001)

Lavon Baršceuski

In dem man hier keine Ansprüche auf eine erschöpfende Völligkeit der Übersicht hat, versuchen wir im Folgenden diejenigen literarischen Übersetzungen sowie Nachdichtungen aus den skandinavischen (darunter auch aus der finnischen und aus der dänischen) Sprachen zu erwähnen, die im Laufe der letzten 15 Jahre erschienen sind. Das heißt, dass es da um die Zeitperiode ab 1986 geht. Die von uns gewählten Zeitgrenzen lassen sich aus einigen Gründen erklären. Erstens, es war im Jahre 1986, als das Buch Para stanaǔleńnia (Zeit des Werdens) vom belarussischen Schriftsteller, Doktor für Germanistik Uładzimier Sakałoǔski in Minsk veröffentlicht wurde, das das Kapitel unter dem Titel Skandinavische Literaturen in Belarus enthielt. In diesem Artikel wurde im bestimmten Sinne Bilanz des Aufnehmens des skandinavischen kulturellen, und in erster Linie des literarischen, Erbes durch die belarussische Kultur bzw. Literatur gezogen. Es ist auch wohl nötig zu bemerken, dass es damals gar wenige Übersetzungen sowie Nachdichtungen aus den skandinavischen Literaturen ins Belarussische vorlagen. Zweitens, es war gerade im Jahre 1986, als ein Sonderband der skandinavischen Prosa belarussisch erschien: es waren zwei Romane, Kat (Der Henker) und Karlik (Der Zwerg), vom schwedischen Nobelpreisträger Pär Lagerkvist. Schließlich war es dasselbe Jahr, als Belarussen wie auch viele andere damalige Sowjetbürger die schrecklichen Folgen der Tscharnobyl-Katastrophe durchmachen mussten, von der man zuerst Alarm gerade... in den skandinavischen Ländern zu schlagen begann. Das ist im bestimmten Sinne symbolisch, aber die Tatsache ist, dass die Tscharnobyl-Tragödie sowie zahlreiche Verletzungen der Grundmenschenrechte durch die belarussischen Behörden in großem Maße dazu beigetragen haben, dass die Kontakte zwischen den privaten Individuen sowie den NGO’s, einerseits, in Belarus und, andererseits, in Schweden, Norwegen, Finnland, Dänemark sehr stark an Intensität gewonnen haben. Es ist selbstverständlich, dass sich ein bestimmter Teil von Belarussen viel mehr Interesse für Skandinavien und die Kulturen dessen Völker zu bekunden begann.

So sprechen wir wieder über das obenerwähnte Buch von Pär Lagerkvist, das 1986 vom Buchverlag Mastackaja litaratura in Minsk herausgegeben wurde (Bücherreihe Bibliothek der Prosa aus dem Ausland). Die beiden obengenanten Novellen wurden von den belarussischen Schriftstellern Hienadź Šupieńka sowie Mikoła Hil ins Belarussische übertragen. Die beiden kannten die schwedische Sprache nicht und benutzten als die Vorlage für ihre Übersetzung die russischen Übersetzungen, die 1972 bzw. 1981 in Moskau herausgegeben worden waren. Das ist zwar kein Wunder, weil es bis heute in Belarus praktisch keine Forschungsinstitute sowie Universitäten gibt, wo man sich mit Skandinavistik oder mit dem Studium der skandinavischen Sprachen beschäftigt hätte. Es gibt auch nach wie vor keine schwedisch-, norwegisch-, dänisch-, isländisch-, bzw. finnisch-belarussische Wörterbücher. Übrigenshat man bisher auch Werke von belarussischen Autoren in die Sprachen von Skandinavien aussschließlich aus dem Russischen übersetzt, so z.B. die Werke von Vasil Bykaǔ ins Finnische (U.-L.Keino, 1975) und ins Dänische (M.Kruse, 1984). Die Tradition der Übertragung der Werke der Autoren aus Skandinavien ins Belarussische durch Vermittlung der entsprechenden russischen Übersetzungen bleibt bis zum heutigen Tag erhalten. So wurde 1988 in derselben Bücherreihe Bibliothek der Prosa aus dem Ausland vom Verlag Buchverlag Mastackaja litaratura der Roman der schwedischen Autorin Moa Martinson Mama vychodzić zamuž (Mutter heiratet) in der Übersetzung von Valancin Rabkievič herausgegeben. 1991 erscheint in demselben Verlag der Roman vom isländischen Nobelpreisträger Halldór Laxness Atamnaja baza (Atomstation), der, wiederum aus dem Russischen, vom Schriftsteller Ivan Ptašnikaǔ übersetzt und vom bekannten belarussischen Graphiker Arlen Kaškurevič originell illustriert ist. Im Verlag Junactva (Minsk), Bücherreihe Schulbibliothek, erschien 1997 der bekannte Roman von der ersten schwedischen Nobelistin Selma Lagerlöf Piarścionak Löwensköld’aǔ (Der Ring des Generals), vom damaligen stellvertretenden Verlagsdirektor, belarussischen Literaten Michaś Paźniakoǔ übersetzt. Die andere vom Verlag Junactva herausgegebene Bücherreihe, Die ausländische Kinderbibliothek, präsentiert meistens auch die Werke, die aus dem Russischen übertragen werden. So wurde hier 1996 die Sammlung von europäischen Kindermärchen unter dem Titel Chrustalny kałodziež veröffentlicht, deren Übersetzung ganz und gar vom Prosaiker Viktar Hardziej gemacht wurde. Diese Sammlung enthält unter anderem je zwei Volksmärchen aus Dänemark, Island, Norwegen sowie je ein Märchen aus Finnland und Schweden. In derselben Bücherreihe erschien im Jahre 1998 die Märchenauswahl vom dänischen Klassiker Hans Christian Andersen. Die Märchen wurden meistens von den belarussischen Dichtern übersetzt, die aktiv im Junactva-Verlag mitarbeiten oder auch früher mitgearbeitet haben: Valancin Łukša, M. Paźniakoǔ, V.Hardziej, Uładzimier Karyzna, Uładzimier Mazho, Kastuś Žuk sowie Artur Volski, Maksim Vałoška, Henrych Dalidovič, Ryhor Jaǔsiejeǔ, Hienadź Paškoǔ, Raisa Baravikova, Siarhiej Michalčuk, Uładzimier Lipski.

Aber nicht nur die russische Sprache wird als die Vermittlungssprache von belarussischen Übersetzern aus den skandinavischen Literaturen ausgenutzt. 1990 wurde zum Beispiel vom Junactva-Verlag die Übersetzung der Kindernovelle von Astrid Lindgren Braty Lvinaje Serca (Die Brüder Löwenherz) gedruckt, die von Śviatłana Muraǔjova nach dem englischen Vermittlungstext belarussisch interpretiert wurde. Dieselbe Novelle, zusammen mit 15 Kurzerzählungen aus dem Lotta-Zyklus, wurde erneut aus dem Englischen von den Lektoren der Belarussischen Staatsuniversität Prof. Śviatłana Łuzhina und Dr. Taciana Łukša übersetzt (die Schulbibliothek- Bücherreihe, Minsk, 1997). Die Zeitschrift für Literatur und Kulturologie Krynica veröffentlichte in der ersten Nummer ihrer neuen Version (Juli 1994) die Novelle Zabić dzicia (Das Kind zu ermorden) vom schwedischen Prosaiker der Mitte des 20. Jahrhunderts Stig Dagerman, die Jaǔhien Białasin nach dem Text der deutschen Übersetzung ins Belarussische übertragen hatte.

Es ist wohl gut bekannt, dass eine Übersetzung oder (vielmehr) eine Nachdichtung, die mit Hilfe der Übertragung in eine dritte Sprache gemacht wird, im Vergleich mit einer guten Übersetzung/Nachdichtung nach dem Originaltext, in der Regel ziemlich viel verliert. Um so wichtiger erscheint in diesem Kontext die Tatsache, dass sich seit der zweiten Hälfte der 1980-er Jahre in Belarus die Schule der literarischen Nachdichtungen sowie Übersetzungen aus den Sprachen von Skandinavien zu entwickeln beginnt. Somit wird die Grundlage geschaffen, die zur Entstehung sowie Erneuerung der tiefgreifenden Kontakte auf der Mentalitätsebene zwischen der belarussischen und den skandinavischen Kulturen beitragen, deren Geschichte im Rahmen des gesamteuropäischen christlichen (und auch des vorchristlichen) Kulturraumes bereits mehrere Jahrhunderte zählt. Unter den ersten originellen Nachdichtern/Übersetzern aus den Sprachen von Skandinavien ins Belarussische ist wohl Jakub Łapatka zu nennen. Er hat viele seiner Kinderjahre in Sowjetkarelien verbracht. Da begann er sich für die finnische Sprache zu interessieren und nach etwa 40 Jahren, als er an einer Oberschule in Navapolazk schon als Spanisch- und Englischlehrer tätig war, versuchte er Literaturwerke aus dem Finnischen ins Belarussische zu übersetzen. Ende der 80-er—Anfang der 90-er Jahre hat J. Łapatka in verschiedenen belarussischen Periodika sowie Sammlungen seine Nachdichtungen aus der Lyrik von Lassi Sinkkonen, Vladimir Rugojev, Toivo Flink, Arvo Turtiainen, Katri Vala, Eino Leino und anderen Dichtern von Finnland sowie Karelien veröffentlicht.

Damit der Stil der Nachdichtungen von J. Łapatka deutlicher veranschaulicht wird, seien hier als ein Beispiel den Originaltext und die Nachdichtung eines Gedichtes vom Klassiker der finnischen Lyrik Eino Leino angeführt:

Eino Leino

Hymni tulelle

Ken tulta on, se tulta palvelkoon.
Ken maata on, se maahan maatukoon.
Mut kuka tahtoo nousta taivahille,
näin kaikuu kannelniekan virsi sille:

Mit’ oomme me? Vain tuhkaa, tomua?
Ei aivan. Aatos nousee mullasta.
On kohtalosi kerran tuhkaks’ tulla,
mut siihen asti aik’ on palaa sulla.

Mi palaa? Aine. Mikä polttaa sen?
Jumala, henki, tuli ikuinen.
On ihmisonni olla kivihiiltä,
maan uumenissa unta pitkää piiltä?

Herätä hehkuun, työhön, taisteloon,
kun Luoja kutsuu, luottaa aurinkoon,
toteuttaa vuosisatain unelmat,
joit’ uinueet on isät harmajat.

On elon aika lyhyt kullakin.
Siis palakaamme lieskoin leimuvin,
tulessa kohotkaamme korkealle!
Maa maahan jää, mut henki taihavalle.

Гімн агню

Хто сам агонь, таму – вагнём палаць,
зь зямлі хто выйшаў — будзе ў ёй ляжаць.
Хто ж прагне ў неба ўзьнесьціся высока –
хай чуе словы песьняра прарока.

Дык што мы? Попел? Пыл з магіл? Ды не:
з тла дух выходзіць і – увысь імкне.
Стаць попелам нам вызначана лёсам.
А покуль – ты вагнём ляціш к нябёсам.

Што ж там палае? — Існае. – Хто змог
яго запальваць? — Толькі Дух, Пан Бог.
Шчасьлівы лёс – стаць вугалем каменным;
а нетры засынаюць сном таемным.

Ад сну ўваскрэсьні ў працы, ў барацьбе,
стань сонцам, як пакліча Бог цябе
ўвасобіць, зьдзейсьніць мары ўсіх вякоў,
няўцямныя ад веку для бацькоў...

Кароткім бачыцца зямны наш шлях,
але паланьне будзе мець працяг.
Палайма ж доўга, ярка, зырка! Глеба
зямное прыме. Прыме душу неба.

Nachdichtung: Jakub Łapatka.
(Naša Słova, Nr 7, 1995).

Jakub Łapatka ist zur Zeit auch als Übersetzer der finnischen Prosa bekannt. So wurden im Almanach Dalahlady-1988 zwei von ihm übersetzte Kurznovellen des Satirikers Martti Larni gedruckt. 1990 erschienen im Verlag Mastackaja litaratura in einer Einbandausgabe zwei Romane von Maju Lassila, Basiak z taho śvietu (im Original: Kuolleista herännyt – Von den Toten auferstanden) und Ad vialikaha rozumu (im Original: Liika viisas – Allzu weise), die J. Łapatka in Zusammenarbeit mit Uładzimier Arłoǔ belarussisch dargestellt hat. Später hat J. Łapatka noch die Prosaauswahl von Pentti Haanpää unter dem Titel Boty dzieviaci sałdat (om Original: Yhdeksän miehen tarina – Stiefel von neun Solaten) herausgegeben (Minsk: Mastackaja litaratura, 1994).

Die praktisch ersten poetischen direkten Nachdichtungen aus dem Schwedischen ins Belarussische wurden Anfang der 90-er Jahre von Lavon Barščeǔski gemacht. Im Almanach Dalahlady-1992 erschien eine Auswahl aus der Lyrik des Nobelpreisträgers Verner von Heidenstam. Der Nachdichter musste eine ziemlich schwere Aufgabe bewältigen – nach dem Schlüssel zur neoromantischen Poetik dieses Autors zu suchen. Unten kann man ein Beispiel aus dieser Arbeit sehen:

Verner von Heidenstam

Hur lätt bli människornas kinder heta...

Hur lätt bli människornas kinder heta!
De döma snabba, fast de litet veta,
de många rösterna, som hjärtan mäta.
Men i vart hjärta finns en dörr med lås,
ett hemligt rum, vars nyckel ingen finner,
och oljan, vilken i dess lampor brinner,
är hemligheter, som med oss förgås.
I nyckelhålets strimma på vår väg
vi röra oss och vakna upp och somna.
Hon leder oss, och långt i fjärran komna
den strimman lyser våra sista steg.

Як лёгка...

Як лёгка ўсё-ткі дзецям чалавечым,
Не разабраўшыся, людзям і рэчам
Прысуд выносіць, кроіць сэрца нечым...
Ды ў сэрцах нашых дзьверы ёсьць з замком:
Ключы дзе ад пакойчыка-загадкі?
Што за алей льлюць у яго лямпадкі? —
То нашы таямніцы век вяком.
Мы ўсе жывем – і сьпім, і ходзім – там,
Дзе плямінка ад шчыліны замочнай,
Што нас вядзе – і ў далечы паўзмрочнай
Пасьвеціць пры апошніх кроках нам.
Nachdichtung: Lavon Barščeǔski.
(Dalahlady-1992. S.216).

In den Jahren 1992 bis 1995 gab es in der Wochenschrift Naša słova (Minsk) eine ständige Rubrik unter dem Titel Meisterwerke der Weltpoesie auf Belarussisch. Da erschienen die obenerwähnten Nachdichtungen von J. Łapatka aus Eino Leino, der Nachdruck des klassischen Nachdichtung von Maxim Bahdanovič aus dem finnisch-schwedischen Dichter Johan Ludvig Runeberg sowie Nachdichtungen von L. Barščeǔski aus dem dichterischen Nachlass von J.L.Runeberg, H.Chr.Andersen, Henrik Ibsen, Bjørnstjerne Bjørnson, Erik Axel Karlfeldt, Gustav Fröding, die aus dem Schwedischen, Dänischen und Norwegischen gemacht wurden. So sehen z.B. das Original und die Nachdichtung der bekannten poetischen Miniatüre von H.Chr.Andersen:

Hans Christian Andersen

Min Tankes Tanke


Min Tankes Tanke ene Du er vorden,
Du er mit Hjertes første Kjćrlighed,
Jeg elsker Dig, som Ingen her paa Jorden,
Jeg elsker Dig i Tid og Evighed!

Мая галоўная думка

Цябе адну цяпер я ў думках маю:
Ў маёй душы ты – першая любоў;
На сьвеце ўсім цябе адну кахаю
Цяпер – і вечна, да канца гадоў!
Nachdichtung: L. Barščeǔski.
(Naša Słova, Nr 20, 1993).

Weiter wird noch ein Gedicht von Henrik Ibsen im Original sowie in der belarussischen Nachdichtung angeführt:

Henrik Ibsen

Byggeplaner


Jeg mindes så grant, som om idag det var hćndt,
den kveld jeg så i bladet mit første digt på prent.
Der sad jeg på min hybel og med dampende drag
jeg røgte og jeg drømte i saligt selvbehag.

«Et skyslot vil jeg bygge. Det skal lyse over Nord.
To fløje skal der vćre; en liden og en stor.
Den store skal huse en udødelig skald;
den lille skal tjene et pigebarn til hal...»

Mig syntes at i planen, var en herlig harmoni;
men siden er der kommet forstyrrelse deri.
Da mester blev fornyftig, blev slottet splittergalt:
storfløjen blev for liden, den lille fløj forfaldt.

Плян будаўніцтва

У згадках, як наяве, той добры даўні час,
Калі свой верш чытаў я ў газэце першы раз:
Там, у малой каморцы, аж дых мне заняло –
Курыў я й ціха мроіў, і слаўна так было:

«Збудую замак сьветлы ў краі паўночным тым,
З пакоямі ўсяродку – вялікім ды малым.
Скальд неўміручы будзе ў вялікім ціха граць,
Ну а ў малым – дзяўчынка пранікліва сьпяваць».

Я думаў: плян мой гэты – гармонія адна;
Над ім сядзеў я сідзьма зь відна і да відна.
Вар’яцкім стаў той замак, бо дойлід – не вар’ят:
Зацесны пакой вялікі, прыйшоў малы ў заняпад.

Nachdichtung: L. Barščeǔski.
(Naša Słova, Nr 34, 1993).

Es sei auch erwähnt, dass eine weitere Nachdichtung von Lavon Barščeǔski aus H.Ibsen – es ist eine Szene von Peer Gynt — in der Monatsschrift Rodnaje Słova (Nr 8, 1998) veröffentlicht wurde.

Die schwedisch-belarussischen literarischen Kontakte wurden auch in den letzten Jahren intensiviert dank der fruchtbringenden Tätigkeit des Schwedischen Instituts, in erster Linie von Kaisa Lindsten, die in der zweiten Hälfte der 1990-er Jahre in Minsk mitgewirkt hat. So erschienen unter anderem in Belarus 1999 zwei Lyrik-Bücher. Das erste Buch hat den Titel 4+4+4. Svensk-Vitryskt kulturmöte. Diese originelle Gedichtsammlung enthält sowohl Nachdichtungen aus dem Belarussischen ins Schwedische, als auch Ryhor Baradulins Übersetzungen und Nachdichtungen der Roman-Fragmente von Agneta Pleijel und Cilla Naumann sowie der Lyrikkleinauswahl von Kristoffer Leandoer. Die Gedichte aus Kennet Klemets wurden von Aleś Razanaǔ interpretiert. Ryhor Baradulin und Kristoffer Leandoer haben ihren poetischen Dialog fortgesetzt; so erschien kurz danach im nicht-staatlichen Verlag Hronka das Buch von Kristoffer Leandoers Lyrik, von Anfang bis Ende von R.Baradulin nachgedichtet. Die Sammlung enthält gegenseitige Widmungen der beiden Dichter: das Gedicht Till Ryhor Baradulin von Leandoer sowie den Reim Kristofferu Leandoeru von Baradulin, der mit den folgenden Zeilen endet:

Тваё мяно мне, Леандоэр,
Калядным пахне сырадоем.
Маё з кароткай барадой
Хай мокне ў бражцы маладой!

(Leandoer K. Vieršy dla Elzy. – Minsk, 1999.).

Ab 2000 gehört zum obligatorischen Literaturprogramm (Klasse 8) in den belarussischen Oberschulen das Lesen und Erlernen eines Fragments aus dem altskandinavischen Versepos – der Edda, nämlich der Sigurdharkvidha Fafnissbana fyrsta edha Grîpisspâ (Das erste Lied von Sigurd dem Fafnirstöter oder Gripirs Weissagung). Es war widerum L. Barščeǔski, der das Fragment für die entsprechende Schulchrestomathie, Klasse 8 (Minsk, 2000) aus dem Altisländischen ins Belarussische übertragen hat. Dabei hat er auch die Anmerkungen von Karl Simrock und von Apolonia Załuska-Strömberg zu ihren deutschen bzw. polnischen Nachdichtungen benutzt.

Die Prosa-Übersetzungen aus den skandinavischen Sprachen werden seit der Mitte der 1990-er Jahre von der obengenannten Monatsschrift Krynica gedruckt. In deren Nummer 10, 1996 erschien eine von L. Barščeǔski übersetzte Knut Hamsuns Novelle, dann waren einige Übersetzungen von dem Polyglotten und Kunstforscher aus Minsk Valery Bujvał an der Reihe: eine Novelle von Vilhelm Moberg aus dem Schwedischen (Nr 4, 1997), zwei Kurznovellen von Steen Stensen Blicher aus dem Dänischen (Nr 7, 1997), drei Erzählungen von August Strindberg, wiederum aus dem Schwedischen (Nr 1, 1999). Eine weitere Valery Bujvałs Übersetzung — einer Novelle vom ersten norwegischen Nobelpreisträger, Bjørnstjerne Bjørnson – wurde in der ersten Ausgabe von Annus Albaruthenicus (Krynki, 2000) veröffentlicht.

In vorigen Jahr erschien in Vilnius als ein illustriertes Buch die von L. Barščeǔski übersetzte klassische schwedische Kindernovelle Usie našy dzieci z Bullerby (Wir Kinder aus Bullerbü) von A. Lindgren.

Die älteste der heute erscheinenden belarussischen Literaturzeitschrift Połymia (Nr 5, 2000) machte die Leser mit einer Reihe von Werken der gesamteuropäischen Kulturaktion Literaturexpress-2000 bekannt, darunter auch mit einigen Gedichten zweier jüngerer schwedischer Poeten, Inga-Lina Lindqvist sowie Håkan Sandell, wiederum von L. Barščeǔski nachgedichtet.

Für die dritte Ausgabe von Annus Albaruthenicus ist von J. Łapatka eine neuere Gedichtauswahl aus K.Vala vorbereitet. L. Barščeǔski hat mehrere Gedichte von einer bedeutenden Figur in der heutigen schwedischen Poesie Tomas Tranströmer nachgedichtet, sowie eine Novelle (Numermany – Die Nummermanns) vom Klassiker der norwegischen Literatur Johan Borgen übersetzt.

Es ist wohl noch allzu früh von einer originellen Übersetzungs- oder Nachdichtungsschule aus den Sprachen von Skandinavien ins Belarussische zu sprechen: manchmal stehen ihnen die vorliegenden Übertragungen aus dem Polnischen, Ukrainischen, Russischen zur Hilfe. Aber man kann auch heute von der Entstehung einer solchen Schule sprechen, insbesondere wenn man die letzten 15 Jahren der belarussisch-skandinavischen Literaturkontakten im Auge hat.

Minsk, Juli 2001

Рэзюмэ

Не прэтэндуючы на паўнату выкладу, аўтар спыніўся на тых перакладах мастацкіх твораў скандынаўскіх (улучна з дацкімі й фінскімі) пісьменьнікаў, што зьявіліся на беларускай мове за апошнія пятнаццаць гадоў. За год адліку абраны год 1986. Гэты выбар мае пэўнае абгрунтаваньне. Па-першае, менавіта ў 1986 годзе выйшла з друку кніга беларускага пісьменьніка й філёляга-германіста Уладзімера Сакалоўскага „Пара станаўленьня”, адзін з разьдзелаў якой склаў артыкул „Скандынаўскія літаратуры ў Беларусі”. У названым артыкуле як бы падсумоўваліся вынікі засваеньня скандынаўскай культурнай, а найперш літаратурнай спадчыны беларускай культурай ды літаратурай, хоць трэба заўважыць, што даробак у перакладах на беларускую мову са скандынаўскіх літаратураў быў на той час надзвычай сціплы. Па-другое, у тым самым 1986 годзе ўпершыню на беларускай мове асобным выданьнем выйшла больш-менш ёмістая кніга скандынаўскага пісьменьніка – раманы „Кат” і „Карлік” ляўрэата Нобэлеўскай прэміі, швэдзкага празаіка Пэра Лягерквіста. Нарэшце, 1986 год быў тым самым годам, калі беларусы, як і шмат якія жыхары тагачаснага Савецкага Саюзу, сутыкнуліся зь беспрэцэндэнтнай Чарнобыльскай катастрофай, пра якую ўпершыню ўзьняляся трывога... у скандынаўскіх краінах. Ёсьць у гэтым, мусіць, нейкая сымболіка, але фактам стала тое, што й чарнобыльская бяда, і пазнейшыя шматлікія парушэньні правоў чалавека ўладамі Беларусі спрычыніліся да ўсталяваньня куды больш актыўных кантактаў паміж звычайнымі людзьмі й няўрадавымі арганізацыямі – з аднаго боку, беларускімі, з другога боку, швэдзкімі, нарвэскімі, фінскімі, дацкімі... Гэта не магло, у сваю чаргу, ня выклікаць у пэўнай часткі беларусаў павышанага інтарэсу да Скандынавіі й да культураў скандынаўскіх народаў.

У „Annus Albaruthenicus” Якуб Лапатка даслаў з Хэльсінкаў новую падборку перакладаў з Катры Валы, а Лявонам Баршчэўскім для гэтага ж гадавіка падрыхтаваныя пераклады выбранае лірыкі сучаснага швэдзкага паэта Томаса Транстромэра, навэлы „Нумэрманы” клясыка нарвэскай прозы XX ст. Юхана Боргэна.

Lavon Barščeuski (Лявон Баршчэўскі) – Belarusian writer, schoolmaster. Republic Belarus’.


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   Dzied Talasz

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