DEN WEIßRUSSEN
(Беларусам)
Jetzt ist Zeit sich zu erheben,
steh auf, Heimat, zögre nicht!
Schon erstrahlt zu neuem Leben
Unsre Flur im Frühlingslicht.
Unserm Arm wolln wir vertrauen,
ließ ihn Gott nicht kräftig sein?
Strahlt nicht über unsern Auen
auch der Freiheit Sonnenschein?
Laßt uns unsre Arbeit machen,
einig und mit starker Hand,
aus dem Schlaf wird dann erwachen
mit uns unser Heimatland.
UNSERE HEIMAT
(Мой родны край)
Arme Heimat, arme Auen,
Wald uns sumpf wohin man schaut...
Kaum ein Feld lässt sich bebauen...
Kiefern, moos und Heidekraut.
Über Wald und Haine legen
Nebelschleier ihr Gewand.
O du bitterarme Gegend,
o du gottverlassnes Land.
Wenig Frucht die Felder geben,
armes Volk besitzt fast nichts,
muss in Schmutz und Elend leben,
werkt im Schweisse des Gesichts.
Unsre Dörfer blicken traurig,
schaust du hin - tun sie dir leid,
auf den Höfen Holz schon faulig,
nichts als Unrat weit und breit.
Morsches Kreuz an mancher Stelle,
dürre Pappeln sterben ab,
eng ists hier wie in der Zelle
oder wie im kühlen Grab.
Hörst du dann die Melodien -
wieviel Trauer steckt darin!
Gerne würdest du entfliehen,
selber weißt du nicht wohin.
Meine Heimat, meine liebe,
elend wie ein Waisenkind,
unser Schicksal ist so trübe,
weil wir Hinterwäldler sind.
FRÜHLING
(Вясна, вясна жаданая)
O Frühlingszeit,
erwartet schon,
du kehrst zurück,
bist wiedrum hier
Ein frohes Lied -
Willkommensgruß -
singt uns der Bach
und plätschert leis.
Der Hain erwacht
und rauscht ein Lied,
ein grünes Kleid,
zieht er sich an.
Den Wald erfüllt
der Vögel Chor
die Wiese schmückt.
das frische Gras.
Von Süden her
gewitterschwer
naht Wolkenbank
am Himmel sich.
Der Donner kracht
als wärs Musik
und rollt dahin
geheimnisvoll.
Das ganze Land
erbebt dabei,
der Regenguss
wäscht Feld und Flur.
In der Natur
wird alles neu,
die Jugend kehrt
zu ihr zurück.
Allein zu mir
kommst du nicht mehr,
kommst du nicht mehr
du Jugend mein.
O Frühlingszeit
erwartet schon,
du kehrst zurück,
biast wiedrum hier.