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RAINER STROBELT
der mann
es gibt ihn
da geht er
da spricht er
hört zu
dort ist sein garten
das haus
(Krynki, 24. juli 2001)
drei fenster
schau wie sie sich hinauslehnen
ein verkohlter zopf in früherem rahmen
wer hat den glaser bestellt
(Krynki, 24. juli 2001)
ein stein
weißt
david
dein stein ist eine geige
sie neigt sich tief
grüne halme streichen sie
gelbe blätter füttern die melodie
diese geige ist etwa so groß
wie deine erste
ganz leicht und fliegt zu dir
(Krynki, 24. juli 2001)
die grünen farne
rascheln nicht
doch frischer
schweigen all die steine
das jahrhundert
strandschuhe
weiß und unversehrt
ganz kleine größe
weit und breit keine füße
menschenkind
trippelte einige
wimpernschläge
in den fäden
die sein gott
im traum ihm wob
das bild
darf ich etwas sagen
zu Liście na fioletowej ścianie
sehr warme farben
besonders die grüns
unten natürlich
nacht
aha
auf kleine blätter
trifft leichter regen
so riecht also
dauer
The man
He exists
There he goes
There he speaks
Listen(s)
Across the street a garden
His house
(Krynki, 24 July 2001)
One stone
You know
David
Your stone is a violin
That leans far
Green blades bowing it
Yellow blossoms feeding the melody
This violin is about the size
Of your first one
So light and flying to you
(Krynki, 24 July 2001)
Those green ferns
Do not rustle
Of fresher silence though
Are all the stones
That century
Swimming-shoes
White and all intact
Very small size
No feet for miles around
Oh my human
You came tripping along
For flutters of an eyelash
In the threads
Your god was weaving for you
In his dream
The painting
May I say something
About Liście na fioletowej ścianie
Very warm colours
Especially the greens
At the bottom of course
Nacht
I see
Rain ever so light
Touching small leaves
This after all is how
Duration smells
Rainer Strobelt ist ein deutscher Lyriker, Essayist und Übersetzer. 1947 in Ahlen/Westfalen geboren, studierte er Anglistik und Slavistik in Freiburg, Zagreb und Münster. Er arbeitet derzeit als Deutschlehrer in Varaždin (Kroatien). Seine Lyrikbände sind: 68 plus, Essen 1994; bei bäumen liegen, Hünfeld 1997; z żabą i deszczem, Olsztyn 1998; ganz zu schweigen von, Freiberg/Sachsen 2000. Essays hat er verfasst über Antun Branko Šimić, Wisława Szymborska, Kazimierz Brakoniecki, Antoni Janowski, Tamara Bołdak-Janowska.Ulla Lachauer (Die Brücke von Tilsit) nennt Strobelt einen „Meister der lyrischen Miniatur“. Ralph Giordano (Die Bertinis) vermerkt den „sanften Gleichklang“ der strobeltschen Verse. Axel Kutsch (Fachzeitschrift Das Gedicht) sieht Strobelts kuze Gedichte in „einer Tradition, die sich in Deutschland über Heinrich Heine bis zu Friedrich Logau zurückverfolgen läßt. Tamara Bołdak-Janowska (deren Erzählung „Morgen und Abend“ von Aleksandra Markiewicz als „Metapher des ausgehenden Jahrhunderts“ – dtv, München 2000 – bezeichnet und die von Julian Kornhauser in Kwartalnik Artystyczny 3 (19) 1998 als erstklassige polnische Erzählerin eingeschätzt wird) schreibt über Rainer Strobelt in Czasopis 7-8/1998: „Strobelts scheinbare Einfachheit enthält rasende Komplexität.“ („Pozorna prostota u Strobelta zawiera szaloną trudność.“)
Rainer Strobelt is a German poet, essayist and translator. Born 1947 in Ahlen//Westfalen, he studied Anglistics and Slavistics at the universities of Freiburg, Zagreb and Münster. At present he works as a Germanteacher in Varaždin (Croatia). His books of poetry are: 68 plus, Essen 1994; bei bäumen liegen, Hünfeld 1997; z żabą i deszczem, Olsztyn 1998; ganz zu schweigen von, Freiberg/Sachsen 2000. His essays were on Antun Branko Šimić, Wisława Szymborska, Kazimierz Brakoniecki, Antoni Janowski and Tamara Bołdak-Janowska. Ulla Lachauer (Die Brücke von Tilsit) calls Strobelt „a master of the lyrical miniature“. Ralph Giordano (Die Bertinis) stresses the „gentle chord“ in Strobelt’s verse. Axel Kutsch (literary magazine Das Gedicht) sees Strobelt’s concise poems to stand in a „tradition that can be traced back in Germany to Heinrich Heine and as far as Friedrich Logau“. Tamara Bołdak-Janowska (whose story in German translation „Morning and evening“ – dtv, München 2000 - Aleksandra Markiewicz calls a „metaphor of the expiring century“ and whom Julian Kornhauser in Kwartalnik Artystyczny 3 (19) 1998 regards as a first-class Polish writer) finds out that „Strobelt’s seeming simplicity contains raging complexity.“ („Pozorna prostota u Strobelta zawiera szaloną trudność.“, Czasopis 7-8/1998).
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Sokrates
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