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ANNUS ALBARUTHENICUS/ÃÎÄ ÁÅËÀÐÓÑʲ ÍÀ ÑÒÀÐÎÍÊÀÕ ÊÀÌÓͲÊÀÒÓ

 
ANNUS ALBARUTHENICUS/ÃÎÄ ÁÅËÀÐÓÑʲ N* 3 / 2002 ã.

ÌÀÊÑ²Ì ÒÀÍÊ

DIE BEGEGNUNG
(Ñïàòêàííå)


– Was hat zu Hause sich getan? –
Der Vater fäng vom Hafer an,
spricht noch vom Weizen und vom Gras...
Die Augen sind von Tränen naß...

Danach erzähle ich von hier:
– Ein Jahr hab ich schon hinter mir,
bin nicht allein in diesem Haus.
Das Gitter macht mir nichts mehr aus.
Was treiben Mutter, Schwesterlein?
Es wird bald Zeit zum pflügen sein.
Und Opa macht auch nicht Verdruß?
Sagt ihm von Herzen einen Gruß.

– Was solls, wir leben so dahin,
doch du vertrocknest noch hier drin.
Die Gurken sind aus unserm Fass... –
Die Augen sind von Tränen nass...

– Wein nicht, bricht erst das Frühjahr an,
ziehn auf das Feld wir Mann für Mann
und schaun der Morgenröte Licht.
Du, Vater, wein und jammre nicht.

Wir treten aus der Haftanstalt
im Frühling zahlreich wie ein Wald,
das Sätuch voller Korn zu Hand,
hinaus aufs schwarze Ackerland.-

Ich seh, der Alte zweifelt nicht,
und wie er selbst vom Frühling spricht,
da wächst er, scheints, im gleichen Maß...
Die Augen sind von Tränen nass...


IM REGEN
(Ó äîæäæ)


Schlecht hat es der junge Poet,
wenn er im Regen steht
durchnässt und verdrossen.

Der bekannte Poet hat Schirm oder Schal,
der Hervorragende Geld für ein Lokal,
der Preisträger schläft bei Regen zu Haus
und der Klassiker - dem macht das nichts aus,
denn er steht da aus Bronze gegossen.

ICH LIEBE DICH, NARATSCH, DIE BUCHTEN...
(Ëþáëþ òâàå, Íàðà÷, çàòîê³...)


Ich liebe dich, Naratsch, die Buchten und Weiten,
wenn Nebelschwaden dem Winde weichen müssen,
wenn Kronen weissen Schaumes auf den Wellen reiten,
wo sich der Mond wiegt und die Sterne küssen.

Ich liebe dich auch dann, wenn an goldnen Tagen
die Wellen sich dehnen wie hellblaues Leinen,
doch auch, wenn im Regen sie schmerzerfüllt klagen
und ihm Röhricht mit einem Fischerlied weinen.
Auch im Gewittersturm kann ich dich nur lieben,
in seinem Rauschen hör ich das junge Leben,
dann will ich mit der Brust eng mich an dich schmiegen,
wenn bei wütender Brandung die Ufer beben.

DIE DICHTUNG
(Ïàýç³ÿ)


Ich wusste, du gleichst dem Blitze,
der Wolken zerteilte.
Ich wusste, du bist es, die uns
aus Not und Hölle befreite,

die Blume im Frühling,
die den Weg durch den Grabstein findet,
des Kundschafters Spur,
die durch Staub und Schotter sich windet.

Ich wusste, du bist wie Küsse,
bist Freude am Leben,
du bist eine Scheibe Schwarzbrots
und Saft süsser Reben.

Du bist jedoch mehr als ich dachte:
Dein Blut lässt die Adern schwellen,
du gleichst Sonnenstrahlen,
die Himmel und Erde erhellen.

Eine Welt ohne Dichtung
kann es nicht geben,
sie ist Mutter und Heimat,
die Geburt und das Leben.


AUF DER BRÜCKE
(Íà ìàñòó)


Regen, herbstlicher Regen.
Deinen Schirm erkenn ich
unter tausend andern,
das Klappern deiner Absätze, 
wiewohl kaum wahrnehmbar,
hör ich aus dem Tageslärm heraus,
deinen Schatten fühle ich sogar,
wenn ich die Augen schließe.
Ich weiß, du eilst zum Stelldichein
mit einem andern,
überquerst den Platz
meines Wartens,
durcheilst die Strassen
meiner Seufzer
und die Brücken,
vermint mit meiner Verzweiflung.
Und auf einer von ihnen
halte ich ein,
stehe
im trüben Herbstregen
und warte auf die Explosion.


IM BLUMENLADEN
(Ó ìàãàç³íå êâåòàê)


Ich brauche ein Bouquet
zum Geburtstag einer Verschollenen,
die heute zwanzig Jahre wird.
Wieso eine Verschollene?
Sie verließ unsre Stadt,
schlug die Tür meines Herzens zu,
verbot mir sogar, sie zu begleiten,
sie anzurufen oder ihr zu schreiben.

Vielleicht gab es sie garnicht?...
Wie dem auch sei, machen Sie mir ein Bouquet.
Nehmen Sie eine rote Rose,
den Halm ihrer Stimme,
ein paar vergilbte Blätter Stille
und ihren Schatten, den Schatten einer Hyazinthe...
Das alles umwinden Sie bitte
mit einem Band aus Sternen
und rechnen Sie aus,
wieviel dies kostet
bei Hauszustellung.


DER FERNE SCHNEE
(Äàë¸ê³ ñíåã)


Es schneit. Und einen alten Schlitten
ich in Gedanken vor mir seh,
und eine Straße unermessen,
ein Dörfchen tief im Wald vergessen,
ein andrer Schnee, ein ferner Schnee.

Als Bach ist er davongegangen,
die Lerchen sangen zum Geleit.
In Sturm und Nebel schon seit langem
verließ er meine Jugendzeit.

Ich denk noch an die Wintermorgen,
wenn draußen kalte Winde wehn,
wenn Kienspan in der Hütte flackert,
die Hühnerschar im Hausflur gackert
und Hähne unermüdlich krähn.

Ich hör vom Garten Opa kommen,
er ging zur Jagd mit dem Gewehr,
der Schnee hat ihm die Sicht genommen,
am Feld gibts keine Spuren mehr.

Schnee fiel herab in dichten Lagen.
Voll Wasser und voll frischem Schnee
hat Mutter Kübel heimgetragen,
wir Kinder aber mit juchhe
nach draußen auf die Straße jagen.

Wir liefen durch verschlafne Gärten
vorbei am Zaun bedeckt mit Eis,
verflochten barfuß unsre Fährten
zu einem wundersamen Kreis.

Doch wenn uns unsre Eltern riefen
zurückzukommen unters Dach,
gemeinsam wir dann heimwärts liefen
und lange wärmten wir die Füße
am Ofen schief und altersschwach.

Das Dorf erhellte, wie ich meine,
einst selten nur ein Sonnentag,
ists doch der ferne Schnee alleine,
an den ich mich erinnern mag.


DIE MUTTER SCHICKT...
(Ïàñûëàå ìàö³ äóìû...)


Die Mutter schickt ihr Gedanken
ihrem Kinde,
sie kehren zurück zu ihr als
rauhe Winde.

Die Mutter vergießt ihre Tränen
in die Memel.
Die Tränen fließen zurück als
schwarzer Nebel.

Die Mutter verschickt ihre Lieder.
Diese Lieder -
ein Rabe bringt sie zurück zu
ihr hernieder.

Der Rabe krächzt „Mutter” und spreizt sein 
schwarzes Gefieder,
„erwarte den Sohn nicht länger, du siehst ihn
nie wieder.”

Er würde so gerne zurück zur
Mutter kommen,
doch hat eine Pappel am Feld ihn
zum Mann genommen.

Die Pappel umarmt mit den Wurzeln
ihn voll Liebe,
umschlungen halten ihn zärtlich
junge Triebe.

Sie rauscht über ihm und singt von
seinen Taten,
bewacht den Schlaf eines Kriegers,
eines Soldaten. 

Übersetzung Ferdinand Neureiter


Ïóáë³êóåööà íà ñàéöå ç ëàñêàâàé çãîäû Àá'ÿäíàíüíÿ Villa Sokrates

 

ÓÂÅÐÕ


   Dzied Talasz

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